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Curriculum "Traumapädagogik/ Traumazentrierte fachberatung" 

 

Mehr Sicherheit und Kompetenz in der Arbeit mit traumatisierten
Kindern und Erwachsenen

Wer beraterisch oder pädagogisch tätig ist, trifft im Arbeitsalltag nicht selten auf Menschen mit akuten und komplexen Traumafolgestörungen. Belastende Erfahrungen prägen die Erlebens- und Verhaltensweisen von Betroffenen in vielfältiger Weise. Daraus ergeben sich besondere Herausforderungen für pädagogische und beraterische Settings. Die Nachfrage nach traumainformierten Hilfestellungen ist gross.

Die Weiterbildung «Traumapädaogik/Traumazentrierte Fachberatung» qualifiziert Teilnehmende dazu, Menschen mit Traumafolgestörungen kompetent und traumasensibel zu begleiten. Ausgehend von systemischen Ansätzen und unter Einbindung körperorientierter Methoden vermittelt sie einen breiten, vieldimensionalen Einstieg in die beraterische bzw. pädagogische Arbeit mit traumatisierten Menschen. Absolvent*innen kennen die Grundlagen der Psychotraumatologie, wissen um die verschiedenen Perspektiven innerhalb eines Helfernetzwerkes und beherrschen zentrale Skills zur Stabilisierung und Krisenintervention. Sie sind qualifiziert, traumatisierte Menschen dabei zu unterstützen, ihren Alltag selbstbestimmt, angstfrei und sozial integriert zu bewältigen.

Die Weiterbildung zeichnet sich durch ihre Praxisnähe und die interdisziplinäre Zusammensetzung von Teilnehmenden und Dozierenden aus. Sie findet in einer überschaubaren Gruppe von max. 24 Personen statt. Selbstreflexion, Fallbesprechungen und der Austausch zwischen den Teilnehmenden werden stark gewichtet, um Empathie und Wissenstransfer innerhalb des Helfernetzwerk zu fördern. Wir setzen uns ein dafür, dass Bildung zur positiven Erfahrung wird und der Unterricht Raum bietet für Begegnung, Kreativität und Experiment.

Abschluss und Anerkennung

  • Libereco-Zertifikat «Traumapädagogik» oder «Traumaberatung»
    (bei Einzelabschluss),

  • oder Libereco-Zertifikat «Traumapädagogik und Traumaberatung»
    (bei Doppelabschluss).

 

Eine Zertifizierung des Curriculums durch die DeGPT (Curriculum «Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung») wird beantragt. Weitere Informationen finden Sie unter www.degpt.de

Zielpublikum

 

Die Weiterbildung ist offen für alle Menschen, die im beruflichen Kontext mit traumatisierten Menschen arbeiten (auch Freiwilligenarbeit). Sie richtet sich u.a. an Lehrpersonen, Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen, Berater*innen und Coaches, Sozialarbeiter*innen, Jugendarbeiter*innen, Anwält*innen, Polizist*innen, Pfarrpersonen, Seelsorger*innen, Sozialdiakonische Mitarbeiter*innen, Pflegefachpersonen aus Medizin und Psychiatrie, Hausärzte, Fachpersonen aus den Bereichen Justizvollzug, Gewaltprävention, Asyl, Migration, Krisenintervention, Arbeitsintegration, Familienbegleitung und viele mehr.

Teilnahmevoraussetzungen

  • Sie sind in ihrem Arbeitskontext regelmässig mit traumatisierten Menschen in Kontakt (auch Freiwilligenarbeit)

  • Sie sind bereit, sich mit sich selbst und dem eigenen beruflichen Kontext auseinanderzusetzen.

  • Sie sind bereit, sich aktiv im Unterricht einzubringen.

 

Sie interessieren sich für diese Weiterbildung, sind aber nicht sicher, ob Sie die Teilnahmevoraussetzungen erfüllen? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. In Einzelfällen kann die Institutsleitung eine Zulassung sur-dossier gewähren.

Zielsetung

Die Weiterbildung vermittelt umfassende praxisrelevante Grundlagen der Traumapädagogik und trumazentrierten Fachberatung. Sie fördert eine pädagogische bzw. beraterische Haltung, die von Menschlichkeit, Respekt und Verständnis aus agiert. Durch Selbstreflexion und in der Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Grundlagen und Fallbeispielen entwickeln Teilnehmende ein tiefgehendes Verständnis für die Lebensrealitäten und Bedürfnisse von Menschen mit unterschiedlichen Formen von Traumatisierung. Ein spezieller Fokus liegt dabei auf komplexen Traumafolgestörungen und Menschen mit dissoziativer Identitätsstruktur.


Ausgehend von systemischen Ansätzen und unter Einbindung körperorientierter Methoden vermittelt der Basislehrgang einen breiten, vieldimensionalen Einstieg in die beraterische bzw. pädagogische Arbeit mit traumatisierten Menschen. Absolvent*innen kennen die Grundlagen der Psychotraumatologie, wissen um die verschiedenen Perspektiven innerhalb eines Helfernetzwerkes, und beherrschen zentrale Skills zur Stabilisierung und Krisenintervention.


Absolvent*innen des Vertiefungsmoduls «Traumapädagogik» sind mit traumapädagogischen Basisstrategien vertraut und können diese im eigenen beruflichen Alltag anwenden. Spezifische Aspekte pädagogischer Settings werden in diesem Vertiefungsmodul aus traumapädagogischer Perspektive beleuchtet, darunter Gruppenarbet, Elternarbeit, Beziehungsdynamik und der Umgang mit störungswertigem Verhalten. 


Absolvent*innen des Vertiefungsmoduls «traumazentrierte Fachberatung» kennen Möglichkeiten und Grenzen traumazentrierter Beratung in spezifischen Settings und sind in der Lage, Beratungsprozesse gezielt auf die individuellen Bedürfnisse von Menschen mit Traumafolgestörungen anzupassen. Sie kennen die relevanten gesetzlichen Grundlagen, ethische Richtlinien und Finanzierungsmöglichkeiten für traumazentrierte Fachberatung.

Aufbau und Unterricht

Die Weiterbildung besteht aus einem Basislehrgang (120 UE) und den zwei Vertiefungsmodulen «Traumapä-dagogik» und «traumazentrierte Fachberatung» (je 30 UE). Die Vertiefungsmodule können einzeln oder als Doppelabschluss gebucht werden. Der Unterricht findet in einer überschaubaren Gruppe von max. 24 Personen statt. Selbstreflexion, Fallbesprechungen und der Austausch zwischen den Teilnehmenden werden stark gewichtet.

Libereco Institut

032 674 44 07

weiterbildung@libereco.info

Anmeldung

Nächste Durchführung
Februar 2022 bis Juni 2023

Anmeldeschluss: 17. Januar 2022.

Kontakt

Übersicht

Umfang

Lehrgang "Traumapädagogik": 150 UE

Lehrgang "Traumazentrierte Fachberatung": 150 UE

Doppelabschluss: 180 UE

Dozent*innen

Daniel Dietrich, Ursula Wolter-Cornell,
Dagmar Härle

Zielpublikum

Fachpersonen, die im beruflichen Kontext mit traumatisierten Menschen arbeiten (auch Freiwilligenarbeit)

Veranstaltungsort

Libereco Institut,
Hauptstrasse 153, 4565 Recherswil

Kurstage

Mo, Di, Mi

Theoretische Inhalte

  • Diagnostik und Begleitung von Menschen mit Traumafolgestörungen

  • Diagnostik und Begleitung von Menschen mit Dissoziativer Identitätsstruktur

  • Systemische Traumabegleitung (Hanswille)

  • Polyvagaltheorie (Porges)

  • Strukturelle Dissoziationstheorie (Nijenhuis)

  • Neurobiologische Grundlagen von Traumatisierungen

  • Ego-States nach Watkins

  • Innere Familie nach Schwartz

  • Bindungstheorie nach (Bowlby),

  • Bindungstraumata (Brisch)

Methodische Inhalte

 

  • Imaginative Stabilisierungstechniken: Sicherer Ort, Tresortechnik (Redemann), Innerer Garten (Huber)

  • Hypnosystemische Methoden (Gunter Schmitt)

  • Innere Kritiker (Peichl)

  • Körperorientierte Methoden, u.a. TSY (Härle)

Dozierende

Daniel Dietrich

Psychotraumatologie, Ego-States, hypnosystemische Methoden

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ursula-wolter-cornell_web.jpg

Ursula Wolter-Cornell

Systemische Traumatherapie, 

Traumapädagogik, Traumazentrierte Fachberatung

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Dagmar Härle

körperorientierte, integrative Traumatherapie

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Module

1. Einführung Trauma

Einführung in die wissenschaftlichen Grundlagen zu Trauma und Traumafolgestörungen. Konzepte der Traumazentrierten Fachbereiche Traumapädagogik, Traumaberatung und Traumatherapie. Einführung in die Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen und Dissoziation.

Datum: Mo 28.2.2022 – Mi 2.3.2022

Dozierende: Ursula Wolter-Cornell, Daniel Dietrich

2. Somatische Marker und Selbstumgang

Strategien zur Förderung eines positiven Selbstumgangs. Grundlagen der Psychosomatik und somatische Marker. Imaginative Stabilisierungstechniken. Einführung Bindungstraumata. Strukturelle Dissoziationstheorie.

Datum: Mo 4.4.2022 – Di 5.4.2022

Dozierende: Daniel Dietrich

3. Systemik und Beziehungsaufbau

Auswirkungen von Traumatisierung auf Familiensysteme. Transgenerationale Traumatisierung, Auswirkungen von Traumatisierung in der Kindheit. Dissoziation und Dissoziative Identitätsstruktur als Traumafolge. Beziehungsaufbau in beraterischen und pädagogischen Settings. Modelle und Methoden der traumasensiblen Begleitung und ihre Anwendung in der Traumapädagogik und traumazentrierten Fachberatung.

Datum: Mo 20.6.2022 – Mi 22.6.2022

Dozierende: Ursula Wolter-Cornell, Daniel Dietrich

4. Krisenintervention

Einführung in körperzentrierte Modelle und Methoden. Notfallstrategien und Kriseninterventionen. Begleitung spontaner Traumaverarbeitungsprozesse.

Datum: Mo 5.10.22 – Di 6.10.22

Dozierende: Dagmar Härle, Daniel Dietrich

5. Zentrale Personen- und Settingvariablen

Institutionelle Bedingungen für traumaspezifische Arbeit. Möglichkeiten und Restriktionen des eigenen Arbeitsplatzes. Zusammenarbeit im Helfernetz. Juristische Aspekte. Trauma und Diversität. Flucht und Trauma. Umgang mit eigenen Grenzen.

Datum: Mo 14.11.2022 – Di 15.11.2022

Dozierende: Daniel Dietrich

6. Trauer und Neubeginn

Trauer im Kontext von Traumafolgestörungen. Umgang mit Leid, Ohnmacht, Wut und eigener Begrenztheit. Perspektiven für Betroffene. Posttraumatisches Wachstum.

Datum: Mo 16.1.2023 – Mi 18.1.2023

Dozierende: Daniel Dietrich

7.a Traumazentrierte Fachberatung

Abgrenzung und Besonderheiten traumazentrierter Fachberatung. Zentrale Person- und Settingvariablen und der Umgang damit im Beratungsprozess. Grenzen traumazentrierter Beratung mit verschiedenen Zielgruppen, Indikationen zur Weiterverweisung. Traumasensibler Abschluss einer Beratungsbeziehung.

Datum: Mo 6.3.2023 – Di 7.3.2023, Mo 20.3.2023 – Di 21.3.2023

Dozierende: Daniel Dietrich

7.b Traumapädagogik

Abgrenzung, Geschichte und Besonderheiten von Traumapädagogik. Umgang mit Bindung, Beziehung und Gruppendynamik in der Traumapädagogik. Umgang mit störungswertigem Verhalten und traumapädagogische Stabilisierung. Traumasensible Elternarbeit..

Datum: Mo 15.5.2023 – Di 16.5.2023, Mo 5.6.2023 – Di 6.6.2023

Dozierende: Daniel Dietrich

Supervision & Selbsterfahrung

Supervision eigener Fälle in Kleingruppen im Umfang von 24 Unterrichtseinheiten. Supervisionsvorgaben und -möglichkeiten werden in der Ausbildung angegeben. Selbsterfahrung im Umfang von 35 Unterrichtseinheiten. 

Kosten

 

  • Curriculum «Traumapädagogik» (150 UE): CHF 5'500.–

  • Curriculum «Traumaberatung» (150 UE): CHF 5'500.–

  • Doppelabschluss «Traumapädagogik und Traumaberatung» (180 UE): CHF 6'000.–

Die Supervision wird durch die Supervisor*innen separat verrechnet und ist nicht im Preis inbegriffen.

Die Kosten für den Lehrgang werden in drei Raten verrechnet. Für die Anmeldung ist eine Anzahlung von CHF 1000.– zu entrichten. Die zweite Rate ist vor dem ersten Kurstag fällig, die dritte vor Beginn der zweiten Kurshälfte.