Ego-States

 

Ego-States, oder auf Deutsch Ich-Zustände (Watkins & Watkins, 2012), sind eine Beschreibung der Teilpersönlichkeiten von uns, zu denen wir werden, wenn wir durch die Aktivierung von Erlebnisnetzwerken unterschiedliche Rollen einnehmen.

 

Menschen nehmen z.B. je nach sozialer Situation unterschiedliche Rollen ein und zeigen dabei verschiedene Fassetten ihres Selbst. Sie werden gegenüber ihrem Partner andere Aspekte von sich zeigen, als gegenüber dem Vorgesetzten und wiederum andere als gegenüber der Freundin oder dem Kind. Diese unterschiedlichen Rollen, sind kreative Lösungen des menschlichen Organismus, um seine Grundbedürfnisse (Grawe, 2004) in einer möglichst optimalen Weise zu befriedigen (Fritzsche, 2014).

 

In der Begegnung mit den eigenen inneren Anteilen lässt sich lernen diese wahrzunehmen und mit ressourcenreichen Ego-States zu verbinden. Aus der Perspektive eines erwachsenen und kompetenten Anteils lässt sich dann nach einem nach einem passenden Platz und einer stimmigen Funktion für andere Anteile suchen.

 

Durch das Kennenlernen der inneren Anteile und das Verstehen ihrer Funktion werden die „guten Gründe“ deutlicher, warum sich Menschen so verhalten, wie sie sich verhalten. Dann können die Ressourcen, die in den verschiedenen Anteilen angelegt sind, dazu genutzt werden, neue Perspektiven und Lösungen zu finden.

 

Fritzsche, K. (2014). Praxis der Ego-State-Therapie (2. Aufl.). Heidelberg: Carl Auer Verlag.

Grawe, K. (2004). Neuropsychotherapie (1., Aufl.). Göttingen: Hogrefe Verlag.

Watkins, J. G., & Watkins, H. H. (2012). Ego-States - Theorie und Therapie: Ein Handbuch (3., unveränderte Auflage.). Heidelberg: Carl Auer Verlag.

 

 

 

 

Über Ego-States:

 

Energien der Persönlichkeit, die aus der Interaktion mit der Umwelt entstanden sind und oft der Notwendigkeit entspringen, Konflikte zu bewältigen. Sie sind kreative Ausgestaltungen des Gehirns als auch der Persönlichkeit im Bemühen des menschlichen Organismus, durch die Welt zu kommen, in der er lebt. Jeder Ich-Zustand besitzt seine eigenen, relativ überdauernden Affekte, Körperempfindungen, Erinnerungen, Fantasien und Verhaltensweisen und er hat auch seine eigenen Wünsche, Träume und Bedürfnisse. Ich-Zustände stehen in ähnlicher Beziehung zueinander wie Familienmitglieder. Obgleich sie voneinander getrennt sind, tauschen sie doch Informationen aus, stehen in ständiger Kommunikation, weisen sich Rollen zu, verfolgen gemeinsame Projekte, Zwecke und Ziele. Wie in Familien kann es auch hier Grüppchen und Allianzen geben und ebenso Feindseligkeiten und Konflikte.

 

 

Frederick, 2007

 

 

Dr. med. Daniel Dietrich, Nicole Gnägi Dietrich, M.A. & Philipp Rüssli, lic.phil.

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