Hypnosystemische Methoden

 

Die Kraft innerer Bilder nutzen

Bei den hypnosystemischen Methoden werden, aufbauend auf die Systemik, Methoden aus der ressourcenorientierten Hypnotherapie Milton Eriksons integriert (Schmidt 2015). Es wird dadurch die Kraft innerer Bilder in imaginativen Prozessen nutzbar.

 

Der Begriff der Hypnose wird hier als der Weg in eine Trance verstanden. Im Gegensatz zum früheren Verständnis und zu den in Filmen oftmals dargestellten Methoden der Bühnenhypnose wird bei unserer Anwendung der Hypnose nicht das bewusste Denken ausgeschaltet, sondern Unwillkürliches dem Bewusstsein zugänglich und somit gestaltbar gemacht (Leeb u.a., 2011).

 

Selbsthypnotische Fähigkeiten stärken

Trancephänomene werden aus hypnosystemischer Sicht als alltäglich ablaufende Prozesse verstanden. Man kann lernen hilfreiche Trancezustände durch selbsthypnotische Fähigkeiten gezielt auszulösen, zu gestalten und auch wieder zu beenden. Eine Alltagstrance besteht aus unbewusst ablaufenden Gedankenketten und damit verbundenen Gefühlen, durch die sich jemand in innere Bilder und Erlebensweisen hineinhypnotisiert.

 

Um das Erleben in eine günstige Richtung steuern zu lernen, wird die Fähigkeit der Selbsthypnose benötigt, die hilft, Denk-, Fühl- und Verhaltensprogramme  gezielt zu aktivieren.

 

Das Gehirn lernt

Durch die zeitlebens vorhandene Plastizität, also die Anpassungsfähigkeit des Gehirns, können sich Erlebensnetzwerke durch neue Erfahrungen verändern. Die Hebb’sche Regel (dargestellt z.B. in Spitzer, 1996) aus der Neurobiologie besagt, dass Hirnzellen, auch Neuronen genannt, die zusammen aktiv sind, sich immer stärker verbinden und dass Neuronen, die sich stärker miteinander verbinden, immer öfter zusammen aktiviert werden. Das Gehirn schafft infolge von Erfahrungen also Verbindungen, die immer stärker werden, je öfter Menschen ähnliche Lernsituationen erleben.

 

Das Hebb’sche Gesetz stellt die neurobiologische Basis der Wirksamkeit der hypnosystemischen Methoden dar. Durch hypnosystemische Interventionen werden neue Lernerfahrungen angeregt, und Erlebnisnetzwerke können sich verändern und neu verknüpfen. So kann der Zugriff auf Ressourcen des Gehirns erlernt werden.

 

Leeb, W. A., Trenkle, B., & Weckenmann, M. F. (2011). Der Realitätenkellner: Hypnosystemische Konzepte in Beratung, Coaching und Supervision (1., Auflage). Carl Auer Verlag.

Schmidt, G. (2015). Liebesaffären zwischen Problem und Lösung. Hypnosystemisches Arbeiten in schwierigen Kontexten (6. Aufl.). Heidelberg: Carl Auer Verlag.

Spitzer, M. (1996). Geist im Netz: Modelle für Lernen, Denken und Handeln (EA,). Berlin: Spektrum Akademischer Verlag.

 

 

 

 

Man kann die Welt nur nach dem verstehen, was man erlebt.

 

Antoine de Saint-Exupéry

 

 

Dr. med. Daniel Dietrich, Nicole Gnägi Dietrich, M.A. & Philipp Rüssli, lic.phil.

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